Galerie - Gründung des Stammtisches und die Sache mit der Wirtschafts-Verkehrs-Ordnung (W.V.O.)

Die Geschichte des laufenden Meters ist eine Geschichte voller Mißverständnisse....????....äh...Nein.!!!

Noch mal von vorne !

Die Geschichte des laufenden Meters beginnt am 30.Juni 1987 im verrauchten Hinterzimmer der Heidesheimer Kneipe “Café Kretschmar”. Zu diesem Zeitpunkt sitzen dort 7 leicht angetrunkene Freunde und beschließen aus ihren regelmäßigen Treffen heraus (immer Dienstags in jener Kneipe) einen Stammtisch zu gründen.

Da man schon diesem Zeitpunkt einen selbstgebauten Meter zum trinken sein Eigen nennt, ist die Namensfindung für den Stammtisch ein Leichtes. So kam es zum ersten schriftlichen Eintrag dem Gründungsblatt für den “Stammtisch zum laufenden Meter”

Wer dieses geschichtliche Dokument wirklich größer sehen mag, klicke es einfach an !

Man beachte die, noch rudimentäre Form des Stammtischlogos

 

Der erste Schritt zu einem etablierten Stammtisch waren getan. Was jetzt fehlte waren nur noch:

1. Eine Mitgliedsgebühr (denn jeder Club der heutzutage was auf sich hält, verlangt eine Mitgliedschaftsgebühr: Viedeoclub, Saunaclub, Swinger...aber lassen wir das !)

2. Weitere Statuten, die das Leben innerhalb des Stammtisches regeln sollten.

So wurden diese beiden Vorsätze noch am Gründungsabend genauestens überlegt, besprochen, abgestimmt, verworfen, wieder diskutiert, toleriert, ignoriert und schließlich notiert (es ging zu wie...nun...man stelle sich den Bundestag vor, nur das jeder Abgeordnete ein Bier vor sich stehen hat und etwas glasig dreinschaut...so in der Art war das !!!)

Es entstand das Manifest des Stammtisches:

Die WIRTSCHAFTS-VERKEHRS-ORDNUNG kurz W.V.O

§ 1  Bei mehr als 3 maligem Nichtbezahlen muß man 1m Strafe zahlen.

§ 2  
Bei nichtbeachten von Paragraph 1 erfolgt sofortiger Rausschmiß!

§ 3  Wer nicht bezahlen kann, muß Kredit aufnehmen. Aber nicht bei Stammtischbrüdern.

§ 4  
Verschnittrunden (z.B. 80cm Bier und 20 cm Wein sind verboten!) Der Meter ist immer alkoholisch.

§ 5  
Neumitglieder müssen min. 1m Einstand zahlen.

§ 6  
Wer den Meter nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt wird mit 5m oder mehr bestraft!

§ 7  
Es ist so oft wie möglich am Stammtisch zu erscheinen.

§ 8  
Wer Geburtstag hat, muß am danach folgenden Dienstag 1m bezahlen.

§ 9  
Alle Stammtischbrüder sind auch gleichzeitig in einer Tippgemeinschaft, die pro Woche pro Mann 1,50 kostet. Die Gewinne sind immer zu teilen (Ab 4 Richtige, ansonsten ab in die Kass!)

§ 10 
An jedem Dienstag ist min 1m zu verzehren. Die Kosten sind unter den anwesenden Mitgliedern zu teilen (ob de mittrinkst oder net!)

§ 11 
Vor dem Stammtisch sind alle gleich!

§ 12 
Es müssen zum Verzehr von 1m mind. 2 Personen des Stammtischs anwesend sein.

§ 13 
Wenn man 1 Person, die nicht zum Stammtisch gehört, mitbringt, muß diese Person 2 DM bezahlen.

§ 14 Bei Nichtbeachtung aller Paragraphen (außer §1) muß 1m bezahlt werden.

§ 15 
Im Falle das eine Person aus dem Stammtisch austreten will, muß diese bis zum Tage der öffentliche Bekanntgabe seinen Beitrag bezahlen.

 

Beachtenswert ist bei der W.V.O., daß mit fortschreiten des Abends die Niederschrift der Paragraphen erheblich undeutlicher wird und geradezu grammatikalische und orthographische Abenteuer in sich birgt.

 

 

Zum Glück wird die W.V.O. heutzutage mit einem Augenzwinkern gesehen. Aber in den ersten Jahren wurden sie streng befolgt. Ja war es sogar für Neumitglieder Pflicht diese Paragraphen auswendig zu lernen und am Tage ihrer Aufnahme aufzusagen. Das war ein Riesenspaß, wurde aber leider nur bei einem einzigen Mitglied angewendet. Aber fragen Sie ruhig mal Michael Rohr, ob er noch den einen oder anderen Paragraph weiß, hihi !